Bereits zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg blühte in der Bundesrepublik Deutschland das „Wirtschaftswunder“ und trieb im Auto-Design amerikanisch inspirierte Stilblüten (heute Oldtimer.
Neben dem mit seinem „tausendjährigen“ Käfer-Design immer gleichen Volkswagen und dem soliden Ponton-Mercedes lockten heftig miniaturisierte US-Auto-Design-Imitationen den deutschen Käufer. Ford Taunus und Opel Rekord kamen betont modisch.
Ein etwas halbseidener Protz wurde Mode: Die Karosserien wuchsen und wuchsen und gaben sich modern, während das Fahrwerk mit an Blattfedern aufgehängter Starrachse oder Pendelachse lange Zeit hinterherhinkte. Es waren wohl die Franzosen, die mit Citroen DS und Peugeot 404 Fahrwerks-Kultur, mit Renault 4 und 16 zusätzlich Variabilität vorlebten.
Neben dem üblichen Stufenheck-Pkw wurde Ende der 1960er die fünftürige Schrägheck-Kombi-Limousine gesellschaftsfähig und in den 1970/1980ern regelrecht Mode, dazu gab es jeder Menge der neueste Witze. Aus ganz anderer Richtung kam der britische Beitrag an Innovation. Alec Issigonis kreierte bereits 1959 den später „Mini“ genannten Drei-Meter-Wagen mit Quermotor nach der mathematischen Formel: 80 Prozent Nutzraum zu 20 Prozent Platz für die Aggregate.
Das „Mini“-Prinzip Frontantrieb und Quermotor übernahm mit der Zeit die Mehrzahl der Kleinwagen- und Mittelklasse-Neukonstruktionen, so auch 1974 der VW Golf, der ein allseits akzeptiertes, klassenloses Auto darstellte: weder Kleinwagen noch Mittelklasse – bestenfalls „Kompaktklasse“.
Das Design wurde dem entsprechend kompakt, versachlicht.
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