Der Diesel

War der Dieselmotor bei Lastkraftwagen 1924 erstmals bei MAN in Serie gegangen, so gilt der Mercedes 260 D von 1936 als erster serienreifer Diesel-Pkw weltweit. Schwer, kraftlos und träge wirkte der Diesel-Pkw lange Zeit und bewährte sich vorrangig im teillastintensiven Taxibetrieb.

Außer Pkw-Diesel-Pionier Mercedes wagte keine deutsche Automarke, einen lauten, rußenden, stinkenden Diesel anzubieten. In Frankreich brachte Peugeot 1968 seinen Typ 204 als kleinsten Diesel-Pkw auf den Markt – ein Bestseller. In Deutschland holte der VW Golf ab 1976 den Diesel in ein kleines Auto, bald folgten die Mittelklasse-Modelle. 1983 erschreckte BMW mit seinem 115 PS starken, überaus dynamischen 524 td die Taxi-Hausmacht Mercedes und machte den Turbodiesel für „Freude-am-Fahren“-Freunde salonfähig.

1987 brachte Fiat im „Croma“ den ersten Turbodiesel mit Direkteinspritzung – das bis heute gängige Dieselkonstruktionsprinzip. Effiziente Schalldämmung, Diesel-Kat und Rußfilter sowie elektronische Regelungssysteme haben aus dem Diesel-Pkw heute eine attraktive, kultivierte, hochleistungsfähige und dabei sparsamere Alternative zum Benziner gemacht, dem er in manchen Disziplinen, wie Durchzugskraft und Lebensdauer, oft überlegen ist.

„Der Stinker“ ist passé: Sonst gäbe es nicht sogar Diesel-Cabrios. 2006 nahm mit dem Audi R 10 TDI erstmals ein Diesel am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil – und siegte.

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