In den Anfangsjahren der Automobile waren diese noch so teuer, dass sie sich „Otto Normalverbraucher“ nicht leisten konnte. Es waren nur wenige Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Auch war ihre maximale Geschwindigkeit noch deutlich niedriger als heute. Beide Faktoren zusammen bewirkten, dass auch das Unfallrisiko noch recht gering war.
Heute stellt das Auto eine für jedermann erschwingliche Massenware dar und ihre Anzahl steigt täglich weiter an. Mittlerweile gibt es auf der Welt einige Autobahnabschnitte, die pro Stunde von mehreren Tausend Fahrzeug passiert werden. Auch die Höchstgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde und mehr sorgen dafür, dass das Risiko eines Crahs trotz aller Sicherheitstechnik in den Fahrzeugen ständig weiter steigt.
Der Gesetzgeber hat entsprechend darauf reagiert und die KFZ-Haftpflicht zu einer vorgeschriebenen Pflichtversicherung gemacht. Ohne eine solche darf ein motorisiertes Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsbereich nicht in Betrieb genommen werden. Sie reguliert Schäden, die mit dem Fahrzeug bei Dritten verursacht werden, während eine Kasko-Versicherung für Schäden aufkommt, die am eigenen Fahrzeug entstehen.
Bei vielen Unfällen kommt es zu Rechtsstreitigkeiten, bei denen die Schuldfrage mit steigender Häufigkeit durch Gutachten und richterliche Urteile geklärt werden muss. Die Anzahl der Verkehrsunfälle, die vor Gericht landen, weist eine steigende Tendenz auf. Um so wichtiger wird die KFZ Versicherung Verkehrsrechtsschutz .
Während die KFZ-Haftpflicht immer nur Forderungen abwehrt, die unberechtigt durch Dritte gestellt werden, können mit einem Verkehrsrechtsschutz auch eigene Schäden mit Hilfe von Anwälten, Gutachtern und Gerichten durchgesetzt werden. Deshalb spricht man bei der KFZ-Haftpflicht auch von einem passiven Rechtsschutz und der Police zum Verkehrsrechtsschutz von einem aktiven Rechtsschutz.
Der Verkehrsrechtsschutz kann als separate Police abgeschlossen oder mit dem Schutz für andere Rechtsgebiete gebündelt werden. Möglich macht das der modulare Aufbau einer solchen Police. Die Bündelung beispielsweise mit dem allgemeinen Vertragsrecht oder dem Mietrecht macht durchaus Sinn, weil sich dadurch niedrigere Beiträge für die einzelnen Bausteine einer Rechtschutzversicherung erzielen lassen.
Solche so genannten Bundle-Angebote mit interessanten Rabatten auf den Beitrag sind heute auch zu erlangen, wenn man den Verkehrsrechtschutz mit völlig anderen Versicherungssparten kombiniert. Hier kommt von der Hauratversicherung bis zur Unfallversicherung alles als Ergänzung in Frage. Die Höhen der Rabatte sind immer davon anhängig, wie viele Einzelpolicen in einem Vertrag zusammen geführt werden.