Die Jahrhundertwende

Um die Jahrhundertwende überboten sich deutsche, britische, französische und amerikanische Hersteller mit ihren Konstruktionen von Dampf-, Elektro- und Benzinmotor-Autos.

Erstaunlich, dass trotz Carl Benz’ und Gottlieb Daimlers Motorwagen zunächst weit mehr Dampf- und Elektroautos gebaut wurden: Um die Jahrhundertwende hatten 40 % Dampfantrieb, 38 % Elektroantrieb und erst 22 % Benzinmotoren. Benzin gab es nur in Apotheken und war der teuerste Treibstoff.

Bald ging es nicht mehr ausschließlich um den privaten Kutschen-Ersatz, sondern um Lastkraftwagen und Omnibusse, die dem Ochsen- und Pferdegespann Konkurrenz machten. Und es dauerte nicht lange, da interessierte man sich für Geschwindigkeitsrekorde:

1898 wurden mehr als 60 km/h erreicht, 1901 bereits mehr als 100 km/h – beide Bestwerte übrigens mit Elektroautos. Bei den ersten deutschen Motorwagen befanden sich Motor und Antrieb im Heck. 1898 präsentierte der österreichische Autobauer Gräf&Stift ein Auto mit Vorderradantrieb.

Die gängigste Bauart wurde in den nächsten Jahren die bis heute so genannte „konventionelle“: Motor vorn, Antrieb hinten.

Es setzte sich ein starrer Rahmen als Basis für unterschiedliche Aufbauten durch: Personenwagen, Kastenwagen, Pritschenwagen sowie Sonderaufbauten, zum Beispiel für die Feuerwehr oder das Militär. Zugmaschinen für Straßenbetrieb und Landwirtschaft ergänzten die Vielfalt ebenso wie Panzerfahrzeuge.

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